Dringende verkehrssichere Ertüchtigung der Friedrich-Creuzer-Straße im Abschnitt Friedenspromenade bis Alexisweg

Hier handelt es sich um einen fraktionsübergreifenden gemeinsamen Antrag der im Bezirksausschuss vertretenen Parteien.Er wurde in der Sitzung des Bezirksausschusses am 16.07.2020 einstimmig beschlossen.

Antrag

Die Bezirksausschüsse 15 und 16 fordern die Stadtverwaltung auf, den oben genannten Abschnitt der Friedrich-Creuzer-Straße noch vor Eröffnung der Straßenverbindung durch das neue Baugebiet Alexisquartier so umzugestalten und neu zu ordnen, dass die bereits seit Jahren unbefriedigende und unsichere Situation für die dortigen Verkehrsteilnehmerinnen (besonders für die Fahrradfahrer) deutlich verbessert/entschärft wird.

Dabei gilt es eine verträgliche, kleine Erweiterung des östlichen Gehwegs in Absprache mit UNB und Eigentümern zu prüfen, ebenso wie eine Neuordnung / Neu-Aufteilung des öffentlichen Verkehrsgrundes zu Lasten des ruhenden Verkehrs (Anordnung von Parkverboten / Abmarkierung von Rad-Schutzstreifen / Verbreiterung + gemeinsame Nutzung eines Gehwegs für Fußgänger und Radler).

Begründung

Bereits seit Jahren monieren die BAs 15 und 16 wie auch Anwohner die verkehrlich zunehmend schwierige Gemengelage in/an der Friedrich-Creuzer-Straße. Bedauerlicherweise wurde es abgelehnt, die Straße im Rahmen des B-Plan-Verfahrens Nr. 2090 für das neue Quartier mit einzubeziehen. Bei einem Ortstermin am 02. Juli 2020 waren sich die zahlreichen anwesenden Vertreterinnen beider Bezirksausschüsse sowie der Fahrradbeauftragte der LHM einig, dass sich die heute schon schwierige Situation für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer*innen und die Buslinie 194 mit der Eröffnung des Alexisquartiers und der dann möglichen Direkt-verbindung zu Ständlerstraße und Karl-Marx-Ring weiter verschlechtern dürfte.
Anwesend waren auch Vertreter des KVR, des Baureferats und der UNB.


Feststellungen

a) Auf dem wilden Weg durch den Grünstreifen im Landschaftsschutzgebiet war reger Fahrradverkehr in beide Richtungen festzustellen – darunter auch KiTa-Bringverkehr in Fahrradanhängern.

b) Darüber hinaus fuhren viele RadfahrerInnen – einige mit Anhänger – entlang der FriedrichCreuzer-Straße auf dem (schmalen) östlichen Gehweg in beide Richtungen. Daraus lässt sich zumindest ein erhebliches subjektives Unsicherheitsgefühl ableiten!

c) Der Übergang von der FCS zu den beiden Rad-Fußverbindungen im westlich anschließenden Grünzug nach Neuperlach (Endpunkt Corinth-Straße) ist nicht fahrradfreundlich gestaltet.

d) Die Sicherheitslage für den Radverkehr ist trotz Tempo 30 unbefriedigend und gehört dringend verbessert. Es ist von deutlich steigenden (Rad-)Verkehrszahlen auszugehen, weshalb mit Blick auf die vorliegenden Straßen-Planungen, Verkehrsprognosen und die von der MVG angekündigte Verdichtung der Bus-Anbindung / -Bedienung auch eine Einzelanordnung für Tempo 30 (zur Ermöglichung zusätzlicher, verkehrssichernder Maßnahmen) bereits jetzt geprüft werden sollte. Spätester Zeitpunkt für Verbesserungsmaßnahmen sollte die Öffnung der neuen Straße in das neue Wohngebiet sein.

e) Die Friedrich-Creuzer-Straße ist ein letztes, ca. 300 m langes, Teilstück (Lücke) einer ansonsten gut ausgebauten Nord-Süd-Radverbindung aus Neuperlach kommend über den Alexisweg und die Friedenspromenade bis in die Messestadt. Diese Radverbindung hat – von der Friedrich-Creuzer-Str. abgesehen – in den letzten Jahren laufend an Sicherheit und Qualität gewonnen, weshalb der Radverkehr auch permanent zugenommen hat. Entlang der Route befinden sich 3 Schulen sowie Versorgungs- und attraktive Freizeiteinrichtungen.

Lösungsansätze

Die Lücke muss aus Gründen der Verkehrssicherheit dringendst geschlossen werden. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

1) Beidseitiges Parkverbot und gleichzeitige Anlage von Schutzstreifen für den Radverkehr.

2) Eine Aufweitung der Abbiege- und Aufstellflächen für Fußgänger und Radfahrer sollte vor allem im südöstlichen Bereich der Kreuzung am Hochacker angestrebt werden, da auf dem dortigen schmalen Gehweg die größte Engstelle zwischen der nordöstlich anschließenden Fahrradstraße (Anliegerfahrbahn Friedenspromenade) und der Friedrich-Creuzer-Straße liegt.

3) Teilweise bauliche Maßnahmen zur Verbreiterung des östlichen Fußwegs um 100 – 150 cm zu Lasten des Grünbereichs der unter Schutz stehenden Perlacher Heide. Hier sollte lediglich im Rahmen einer laut UNB grundsätzlich denkbaren „Befreiung“ agiert werden, um den Status des Landschaftsschutzgebiets als solches nicht zu gefährden. Die betroffenen Privateigentümer sollten mit ergänzenden Pflege- und Sicherungs-Angeboten für die innenliegenden Grünflächen und/oder mit einem Erwerbsangebot für die Randbereiche von Seiten der LHM zur Kooperation/Mitwirkung motiviert werden.

Der Antrag im Ratsinformationssystem

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