Trudering-Riem

Schulsozialarbeit am Bildungscampus Messestadt

Dieser Antrag wurde in der Sitzung des BA am 22.04.2021 angenommen.

Antrag

Die Stadt München wird gebeten, für den Bildungscampus Messestadt eine ausreichende Anzahl an Schulsozialarbeiter*innen einzustellen (2 bis 3 Stellen). Hierzu soll auch das vom Freistaat Bayern angekündigte Kontingent von 200 Stellen in Bayern angefragt werden.

Der BA bittet zudem den Stadtschulrat, sich beim Freistaat Bayern grundsätzlich für die Erhöhung des Kontingents für Schulsozialarbeit in Bayern einzusetzen.

Begründung

Gerade in der Corona-Pandemie zeigt sich, dass Schule weit mehr ist als eine Einrichtung zur Vermittlung von Lerninhalten. Schule ist ein Lebens- und Erfahrungsraum. Sie fördert die Entwicklung eigener sozialer Fähigkeiten und sie unterstützt darin Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Schule ist somit „Gesellschaft im Kleinen“ und trägt dazu bei, dass junge Menschen einmal gut ausgestattet ihren eigenen positiven Weg gehen können. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Ansprechpartner*innen und Vertrauenspersonen, die nicht zugleich auch Lehrkräfte sind, wie die Schulsozialarbeit und deren spezielle Kompetenz für die Unterstützung bei der Bewältigung von schwierigen Lebenslagen, familiären Konflikten und Krisen von Jugendlichen. Schulsozialarbeit stellt ein wichtiges Bindeglied zwischen der schulischen und der außerschulischen Erlebniswelt von Kindern und Jugendlichen dar. Sie umfasst sowohl Angebote für Individuen als auch Gruppen.

Die Schulsozialarbeit ist aus dem Schulalltag von Grund- und Mittelschulen in München nicht mehr wegzudenken. Dies ist dem teils freiwilligen Engagement der Stadt München in diesem Bereich zu verdanken, denn geht es nach dem gesetzlichen Anspruch, so ist die Schulsozialarbeit als „Leistung der Jugendhilfe“ nur an Schulen mit „gravierenden sozialen und erzieherischen Problemen“ vorgesehen*. Die Stadt München hat lange erkannt, dass diese Definition völlig veraltet ist und heutigen Auffassungen der Aufgabe und Rolle von Schule nicht mehr gerecht wird. Außerhalb von Grund- und Mittelschulen sowie Berufsschulen gibt es in München jedoch nur sehr sporadisch Schulsozialarbeit. Dabei gibt es selbstverständlich auch an Realschulen und Gymnasien Schüler*innen in sozialer und seelischer Not.

Eine Lösung für den Schulbereich der Realschulen und Gymnasien wird auch durch die unterschiedlichen Auffassungen über die Zuständigkeiten zwischen kommunaler (für soziale Belange) und staatlicher Ebene (für schulische Belange) erschwert. Seit dem Schuljahr 2018/19 engagiert sich – u.a. nach langjährigem Drängen von Elternbeiräten – nun auch der Freistaat Bayern in diesem Bereich und hat für die insgesamt 6170 Schulen in Bayern zunächst 60 Stellen für Schulsozialarbeit zur Verfügung gestellt, die auf 200 Stellen ausgeweitet werden sollen. Die Ausweitung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch lange nicht ausreichend. Hier sind angesichts von insgesamt über 6000 Schulen in Bayern erhebliche weitere Anstrengungen notwendig. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie an den Schulen in den kommenden Jahren machen diesen Bedarf umso dringlicher.

*Quelle: https://www.stmas.bayern.de/jugendsozialarbeit/jsa/index.php

Initiative: Susanne Weiß, Herbert Danner, Claudia Grefen, Christoph Heidenhain, Cemre Sağlam, Dr. Ruth Pouvreau, Eva Döring, Elise Pouvreau

Unser Antrag im RIS wird nachgetragen sobald vorhanden.